König Fußball vor dem Ausverkauf!?!

Ich bin ja nicht so der große Fußball-Fan, aber manche Entwicklungen in dieser Sportart gehen mir schon auf den Senkel.

Zum einen ist da diese Wettskandal-Geschichte, die anscheinend immerweiter fortgeschrieben wird. Zuerst zeigte sich der Schiri Hoyzer als Parade-Bösewicht federführend, aber er war wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Nach einem ARD-Beitrag zu urteilen sind immer mehr Spieler und Verantwortliche in dieses Geschäft verwickelt und lassen ihre ‘Leistung’ bewusst über Sieg oder Niederlage entscheiden - allerdings nicht für die Mannschaft und die Fans, sonder für den eigenen Geldbeutel. Sie dienen dem großen Mammon. So manchen Fan steigt da übelst die Magensäure hoch. Für was opfert er Zeit, Geld und Herzblut? Um Teil eines abgekarteten Spiels zu sein? Seine Emotionen werden manipuliert. Wenn ich mich da an das geile Championsleauge-Finale zwischen Manchester und Bayern erinner … Hammer wie die Engländer in den letzten drei Minuten das Spiel noch gedreht haben. Das ist Fußball! Wenn das allerdings von geldgierigen Säcken vorher so ausgemacht worden sein sollte, dann … Verarschen kann ich mich selber.

Zum anderen die Isigräddig-Geschichte. Das Frankenstadion heißt jetzt nicht Frankenstadion. Es liegt zwar immernoch in Franken und eine fränkische Mannschaft spielt darin, aber es ist lukrativer den Namen an eine Kreditanstalt zu verkaufen. BallDas ist mittlerweile Gang und Gebe in der Fußball-Bundesliga und gerade die Nachbarkicker aus Fürth machten mit ihrem Playmobil-Stadion den Anfang. Was sehen wir als nächstes? Das Adidas-Rathaus in Zirndorf oder das Mercedes-Gefängnis in Bamberg? Schön fand ich die Zeit als man Stadien mit guten Grund umbenannte: ein Fritz-Walther-Stadion in Kaiserslautern hat einfach seinen Namen verdient. Und Fritz Walther hat es auch.

Zum Abschluss: Wusstet ihr, dass in den 70gern die erste Trikot-Werbung in Deutschland eingeführt wurde? Der Jägermeister-Betreiber schloss so einen ersten Vertrag ab. Beide, so schien es, hätten dadurch gewonnen: Mehr Geld und Publicity. Erstaunlich ist aber, dass das Hirschgeweih nur kurze Zeit die Bäuche der Fußballer zierte, denn die Bundesligaverantwortlichen verboten schell diese Werbung. Begründung: das hat mit Fußball nichts zu tun.

3 Reaktionen zu “König Fußball vor dem Ausverkauf!?!”

  1. Mr Miyagi

    also des mit dem Ausverkauf find ich auch sehr bedenklich, vor allem jetzt im Angesichte der WM, wo nur noch die Getränke der Getränkesponsoren im Stadion ausgeschenkt werden dürfen. Darf ich denn als Fan nicht mal mehr entscheiden, was ich trinken will?

    Naja, und mit dem Easycreditstadion: Ham wir Franken denn keinen National- bzw. Regionalstolz mehr, dass wir jetzt unser altehrwürdiges FRANKENstadion nach einem Kreditinstitut benennen müssen? Wie nötig ham wir des Geld eigentlich, frag ich mich…

    Aber trotzdem alle Achtung vor dem Club: ein 3:1 gegen Bremen ist aller Ehren wert, ob im Franken- oder im Isigräddidstadion!!!!

  2. Cash Manni

    aber zum thema! ich muss ehrlich sagen: der stadionname geht mir ernsthaft direkt am *§*$*?*%* vorbei. echt drauf geschissen, und die namensrechte sind ja nicht universell, selbst die presse darf das stadion immer noch als frankenstadion bezeichnen (fürther nachrichten, heutige ausgabe). und, schande über mich, ich finds ganz cool, das so auch der glubb ma wieder ne kleine finanzspritze kriegt.
    der ausverkauf an sich is auch so ne geschichte: ohne verkauf keine kohle, ohne kohle keine zukunft. willkommen in babylon, but thats life.
    aber so wettskandalgeschichten liegen mir auch derbstens im magen, und wenn das echt nur die spitze des eisbergs sein sollte, was auch ich nicht für ausgeschlossen halte, dann weiß ich auch nicht mehr, denn das stadion sollte meiner meinung nach ein ort purer emotionsausbrüche sein. da is man echt gleich wieder n stück weit kind. so gehts mir auf jeden fall!

  3. Soeren

    Es ist wohl wirklich nur eine logische Konsequenz, dass nun auch das Frankenstadion den Namen eines kommerziellen Anbieters trägt. Sicher ist die neue Bezeichnung durchaus schlecht gewählt - norisbank, die hinter dem easy-credit stehen, hätten wenigstens ein bißchen bezug zur heimat herstellen können. Hinzu kommt dass es in Franken wohl unmöglich ist so einen Namen auszusprechen (isigrädidd…). Das aber nur vorneweg.
    Es geht mir im Endeffekt darum, dass man den Vorgang als normal bezeichnen, in einer Welt in der Werbung so wichtig geworden ist - oder einfach im Kapitalismus. Diesen müssen wir wohl mittlerweile alle grundsätzlich akzeptieren. Es stellt sich allerdings die Frage: wie weit darf er reichen? Die Umbenennung eines Stadions ist dabei wohl kein großes Problem, vielmehr die Gesamtbetrachtung des Sports und im speziellen Fussball als medial wichtigster in Deutschland. Ein kurzer Blick nach Österreich (in die T-Mobile-Bundesliga!!)zeigt, welche Ausmaße das annehmen kann: Dabei ist Red Bull Salzburg, die im Bullen-Stadion spielen ja noch fast eine kreative Ausnahme, bedenkt man: FC Dialog Investmentberatung Schwanenstadt oder meinen Favoriten SV Josko Fenster Ried.
    DIe finanziellen Mittel sind einfach entscheidend geworden im organisierten Sport - was übrigens bei weitem nicht nur die Ebene der Profis betrifft. Selbst in den untersten Bereichen fallen Unterschiede ins Gewicht. Davon abgesehen, dass mittlerweile sogar Spieler in der Kreisklasse (eine Liga unter uns, und damit die zweitunterste) teilweise bezahlt werden, ist es auch wichtig, möglichst gute Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Sonst wandern selbst die schlechtesten kicker ab - dann natürlich zu meist in den sportlichen Ruhestand.
    Man befindet sich hier allerdings irgendwie an nem toten Punkt. Wir wollen doch geilen Fussball sehen. Das setzt voraus, dass in manchen Mannschaften TopStars gesammelt werden. Zusätzlich müssen die möglichst professionell gefördert werden, was eine Menge Kohle kostet, v.a. weil man ja nie weiß wer am Ende wirklich den Durchbruch schafft. Das alles funktioniert aber nur dann, wenn letztendlich auch so viel Profit mit der Sache gemacht werden kann, wie es momentan möglich ist.

    Trotzdem kann man als Franke durchaus stolz sein, dass hier da Thema wenigstens angesprochen wird. Es scheint ja so, als ob die anderen Stadienumbenennungen viel weniger kritisiert wurden. Die gute alte Mitläufermentalität.
    Am Ende steht eben wieder dieses Problem: Die Menschen wollen Wohlstand, also unterstützen sie den Kapitalismus –> wir können nix dagegen tun, was sich dann auch bei der Verteilung der WM-Karten so darstellt.

    Wir sollten unsern Fussball einfach selber feiern. Jetz wirds wieder warm - also raus auf die Wiesen und Plätze und selber zoggn. Und die WM mach ma uns auch zu eigen, daheim aufm Fernseher oder auf den Großbildleinwänden, vorrausgesetzt da passt uns die Stimmung. Und dann genießen wir unsere hochgepäppelten Stars, die hoffentlich dann alle so viel Spaß haben wie der Ronaldinho - der wird sich den SPASS AM SPIEL nämlich neie nehmen lassen!!!

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