Was würde Jesus heute sagen? Ein Buch von Heiner Geißler.
Die politische Botschaft des Evangeliums
Eins vorweg: das ist ein hammer Buch! Wäre die ganze CDU so drauf wie Heiner Geißler, dann wäre das für mich eine echte Wahlalternative.
Zum Inhalt des Buches. In ‘Was würde Jesus heute sagen’ widmet sich Heiner Geißler dem politischen und spirituellen Wirken des Revolutionärs Jesus Christus. Er beschreibt wie die aktuelle politische Lage damals war und wie Jesus sie mit seinen Worten und Taten veränderte. Dabei wird auch immer Bezug auf die heutigen politischen Themen genommen und was man aus dem Leben Jesus für heute lernen kann.
Besonders interessant fand ich den Teil, in der sich der Autor damit beschäftigt, ob man die Bibel wörtlich nehmen kann. Hier nähert sich Geißler der Frage auf zwei Wegen. Der eine führt über die ‘Macher’ der Bibel: die Schreiber des Evangeliums. Das waren, so Geißler, allesamt Schriftsteller und die wussten wie man eine Geschichte am Besten verkauft. Nichts sorgt für mehr Aufmerksamkeit als ein paar spektakuläre Wunder. Das hat sich bis heute nicht geändert. Deswegen ist es absoluter Quatsch zu glauben, dass Jesus einem Blinden wieder sehend machte. Das ist reine Metaphorik. Jesus war kein guter Augenarzt mit revolutionären Medikamenten, sondern ein Philosoph, der den Menschen die Augen öffnete. Er wollte, dass die Menschen die Welt klar sehen und sich gegen Mißstände und Hass auflehnten.
Der andere Zugang geht einher mit einer Kritik an der Kirche und den Übersetzern der Bibel, denn die scheinen keine gute Arbeit geleistet zu haben. Heiner Geißler tritt hier als wurden falsch übersetzt. Besonder geht er hier auf den Ausruf ‘metanoeite’ ein. Nach seiner Meinung haben das die Kirchenväter absichtlich falsch übersetzt in ‘tuet Buße’. Das Sprachwissenschaftler auf und kommt zu dem Schluss: zentrale Botschaften der Bibel führte bei den Christen zu einem regelrechten Bußkult und einem Schuld-Sack, den jeder Gläubige andauert mit sich rumschleppt. Richtig übersetzt bedeutet ‘metanoeite’: ‘denket um!’. Liebe deinen Nächsten, die Armen werden reich sein, die reichen werden arm sein … Ein Slogan der viel mehr politische Sprengkraft und Tragweite hat als diese Bußgeschichte die einen klein macht.
Durch diesen Schlachruf wird jeder zum nächsten dessen, der in Not geraten ist oder dem Unrecht geschiet. Jeder Mensch wir zum Tun, zum Handeln aufgefordert. Nicht bloß Worte, sondern Engagement und Einsatz sind gefragt. Wenn das mal keine geile Botschaft ist!
So macht Christentum Spass: ‘Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums’ von Heiner Geißler.
Metanoeite!
