Die Taz wird mir immer sympathischer …

Eine sehr originelle Aktion hab ich heute auf Wikipedia gefunden. Mich hats fast vom Stuhl geschmießen, als ich da in der Biographie von Kai Diekman (Herausgeber der Bild-Zeitung) folgendes las:

Kai Diekmann klagte gegen ‘die tageszeitung’ als taz-Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der Satire-Seite ‘Die Wahrheit‘ behauptete, Diekmann habe sich in Miami seinen Penis mit Leichenteilen vergeblich operativ verlängern lassen wollen. Diekmann verklagte die taz daraufhin auf 30.000 Euro Schmerzensgeld wegen unzulässigen Eingriffs in seine Persönlichkeitsrechte, Verleumdung und Beleidigung.

Das ist schon mal der erste Hammer: geile Aktion vom taz-Autor und lächerliche Reaktion vom Bild-Mann. Aber dann ging die Sache vors Gericht:

Das Berliner Kammergericht entschied in zweiter Instanz, dass Diekmann als Chefredakteur der Bild „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der
Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer sucht“ und daher „weniger
schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes
belastet wird“. Er müsse „davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die
er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind“.

Was will man dazu noch sagen?!? Ich habe wieder Vertauen in unseren Rechtsstaat. ;)

Eine Reaktion zu “Die Taz wird mir immer sympathischer …”

  1. brennendes äffchen

    GEIL! ANDI ! Visualisierte beiträge! Mit bildern macht das lesen noch mehr spaß :D

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