Müntefering über Arroganz, Rotkreuzwagen und schlechte Ernten

Ein sehr geiles Interview hab ich da im SZ-Magazin mit Franz Müntefering gefunden. Für mich einer der sympathischten Politiker, weil er Realitätssinn hat, nicht das Blaue vom Himmel herunterspricht und wirklich regieren will:

Die eigentliche Verantwortung beginnt bei der Handlungsbereitschaft. Nicht beim Besser-Wissen, sondern beim Besser-Machen. Man muss das Land regieren wollen, und zwar nicht als Rotkreuzwagen, der die Mühseligen und Beladenen auflädt. Das muss alles auch sein, ich verspotte das nicht, im Gegenteil. Aber die SPD muss sagen: Wir machen das Ganze besser. Nicht nur: Wir machen Sozialpolitik besser.

dazu

Und wir sind die Verfolgten mit den guten Absichten. Das reicht aber nicht. Es passiert nichts Gutes. Außer: Man tut es.

schließlich

Weil das edler und schöner ist, Menschen zu helfen, als zu sagen: Also, wir hatten eine schlechte Ernte und es gibt weniger zu essen. Aber das muss ich jetzt machen, weil ich, weil wir als SPD, die Verantwortung für jetzt und später, für das Ganze haben – und auch haben wollenmüssen.

Ein sehr vielschichtigen Interview, in dem er u.a. über seinen Lebensweg, Gehrhard Schröder und die Krankheit seiner Frau spricht. Sehr lesenswert.

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